Demon Hunter : True Defiance
- Details
- von Daniel Frick
- 24.04.2012
Ein kompromissloses Leben als Christ kann in unserer säkularisierten Welt eine große Herausforderung sein. So sehen das wohl auch Demon Hunter, die seit 10 Jahren genau diesen Anspruch mit ihrer musikalischen Botschaft an sich selbst stellen. Und so ist es nach fünf Vorgängeralben kein Wunder, dass sie genau diesem Thema einen ganzen Albumtitel widmen.
Mit ihrem neuen Album „True Defiance“ (deutsch etwa: Echte Herausforderung) legt die Metalcore-Band aus dem Nordwesten der USA so gesehen also ein musikalisches Zeugnis ab – und neben der Message ist auch der Sound kompromisslos. Kompromisslos hart. Demon Hunter ist eine Metalband, und auch wenn es sicherlich noch härteres gibt, führt daran kein Weg vorbei. Was die Band für Freunde der härteren Gangart sicherlich besonders interessant macht, ist die Tatsache, dass ihr Stil allgemein und das neue Album im Besonderen sehr abwechslungsreich ist. Vom echten Metalcore-Röhrer über Thrashlastige Songs bis zur Metal-Ballade ist für jeden Geschmack was dabei.
Los geht`s mit „Crucifix“ – was mit seinen Thrash-Riffs, Doublebass-Drumblasts und dem passenden Tempo gleich ordentlich zur Sache geht und in dem Sänger Ryan Clarks seine grosse Liebe zu „Pantera“ deutlich zum Ausdruck bringt. „God Forsaken“, in dem Clark vom geistlichen Kampf in der Welt singt, geht am Anfang und Ende ähnlich ab, der Mittelteil besteht aus einem ruhigeren, melodiöseren Teil, der von einem längeren Gitarrensolo getragen wird. In „My Destiny“ schildert Clark das Finden seiner Berufung, nicht nur Musik zu machen, sondern mit seiner Musik auch einen geistlichen Dienst zu verbinden. Auch hier gibt’s wie es sich gehört ordentlich auf die Mütze, besonders toll ist hier, wie sich die Dynamik im Laufe der drei Strophen immer weiter aufbaut, während der Chorus mit klarem Gesang und mit echter Ohrwurm-Melodie das Gegenstück dazu bildet.
„Wake“ beeindruckt vor allem durch die technisch anspruchsvolle Percussion-Arbeit von Drummer „Yogi“ Watts. „Tomorrow Never Comes“ ist eine der drei Balladen auf „True Defiance“, langsam im Tempo, mit klarem und ruhigem Gesang und einem tollen Gespür für die passende Melodie. Der Text bezieht sich auf Freunde, die den begonnenen Weg mit dem Glauben verlassen haben. Traurig, mit einem Schmerzensschrei und quälend-genialen Gitarrensolo am Ende. Das folgende „Someone To Hate“ ist nicht nur der erste Song, den die Band noch vor Veröffentlichung des Albums seinen Fans präsentierte, sondern auch ein neben „Crucifix“ der härteste unter harten: Zweistimmiger, tiefer Gesang in den Strophen, brutale Thrash-Riffs und gnadenlose Drums, melodiöser aber dennoch harter Gesang im Refrain und ein astreines Gitarrensolo gegen Ende. Düstere Stimmung entsprechend des Textes, in dem Songwriter Ryan Clark den geistlichen Kampf mit Gottes Gegenspieler thematisiert.
„This I Know“ ist besonders vielseitig, mehrere Zwischenelemente mit Keyboards, Gitarrensolos und ein besonders verzerrter und dennoch klarer Gitarrensound schaffen diesen Eindruck. „Means To An End“ ist ein reines Instrumentalstück, eine langsame Ballade mit Akkustikgitarren, die mit der düsteren Atmosphäre als Filmsoundtrack für einen Western herhalten könnte. „We don`t Care“ hat Hardcore- und Hardrock-Elemente, erneut kombiniert mit einem melodiösen Refrain. „Resistance“ Zum Schluss klotzen die Jungs aus Seattle nochmal mit einer grandiosen Ballade, deren Melodie sich nicht nur in den Gehörgängen, sondern in den Synapsen festsetzt. Wer sich nicht spätestens beim zweiten Hören beim Mitsummen des Refrains von „Dead Flowers“ erwischt, ist was Musik betrifft wohl schlicht ein hoffnungsloser Fall. Zwei tolle Gitarrensolos und die Steigerung der Dynamik durch wiederholen des Refrains schliessen das vielseitige Album mit dem absolut würdigen Song stimmig ab. (In der teureren Deluxe-Edition sind noch 2 Bonustracks enthalten).
Demon Hunter liefern mit „True Defiance“ zehn Jahre nach Ihrem Debüt-Album nicht nur ein wirklich gelungenes und sehr abwechslungsreiches Klasse-Album ab, sondern singen erfreulich gereift von ihren christlichen Überzeugungen. Das wirklich nicht schlechte Vorgänger-Album „The World Is A Thorn“ toppt das neue Werk jedenfalls nochmal. Es ist nicht so häufig, dass sich auf einer Platte jeder Song richtig und an seinem Platz anfühlt – „True Defiance“ ist ein rundes und sehr stimmiges Album, für jeden Freund härterer Musik uneingeschränkt empfehlenswert.
| Releasejahr: 2012 |
![]() |
| Stil: Metal, Metalcore |
|
| Label/Verlag: Solid State / Gerth |
|
| Artistpage: www.demonhunter.net | |
| Referenzen: The Famine, Living Sacrifice |
|
| User Rating: 4.8/5 | |


