Verlagsporträt: Brendow Verlag
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- von Christian Döring
- 25.04.2012
In unserer Reihe Verlagsporträts stellen wir heute den Brendow Verlag vor. Pressereferentin Angelika Heyers beantwortete die Fragen von SOUND7.DE.
Wann, wo und warum wurde der Brendow Verlag gegründet?
Die Druckerei besteht schon seit 1845 und verlegte seither auch Zeitungen, Wochenblätter etc. Der Brendow Verlag der evangelistischen Prägung existiert seit etwa 1964. Die Besitzerin der Druckerei Joh. Brendow & Sohn, Helene Wiefelspütz, die 1946 das Unternehmen übernommen hatte, bekehrte sich bei einer Evangelisation von Anton Schulte und wollte mit ihrem Verlag die Frohe Botschaft verbreiten.
Wie viele Menschen arbeiten im Verlag und wie viele Titel erscheinen jährlich im Brendow Verlag?
Zurzeit sind wir vier fest angestellte Mitarbeiter mit einigen externen Kollegen. Jährlich erscheinen durchschnittlich 30 bis 35 neue Titel im Verlag.
Wenn Sie Ihre Leser im Blick haben, für welche Zielgruppe machen Sie Bücher?
Unsere Leserinnen und Leser sind aufgeschlossen, gläubig, blicken über den Tellerrand, stehen im Leben und sind offen auch für kritische Töne. Wir bieten ihnen ein breites Spektrum an unterhaltsamen, anspruchsvollen und authentischen Produkten an.
Wollen Sie auch neue Zielgruppen erreichen und wie kann dies gelingen?
Wir haben versucht, mit unseren Büchern Leserinnen und Leser im sogenannten "säkularen" Raum zu erreichen. Das ist leider nur bedingt geglückt und wir konzentrieren uns wieder auf unsere angestammte Leserschaft. Wir freuen uns, dass auch der Zuspruch entsprechend groß ist.
Leider schreiben noch immer viel zu wenige Leser Buchrezensionen. Wie erreicht Sie die Meinung der Leser und wie ernst wird diese genommen?
Wir erhalten schon Post bzw. Mails zu unserern Büchern, zum Glück in der Regel sehr positive, aber auch natürlich die eine oder andere kritische Stimme. Wir sind sehr dankbar für jedes Feedback unserer Leser und nehmen das sehr ernst. Wir beantworten diese Post immer gern und manchmal entstehen sehr schöne Mailwechsel und interessante Anregungen.
Welches war im letzten Jahr der Toptitel Ihres Verlages und welcher war ein Flop?
Der Toptitel des vergangenen Jahres war eindeutig das Buch von Arno Backhaus "Woran starb das Tote Meer?", von dem gerade die 3. Auflage innerhalb eines Jahres gedruckt wird. Und ein Ende des Erfolges ist nicht abzusehen ... das freut uns sehr! Weniger erfolgreich war bei uns leider das Andachtsbuch der Jesus Freaks "Jesus - besser ist das!" das hinter den Erwartungen zurückgeblieben ist.
Warum ist der Anteil deutscher Autoren prozentual gesehen doch sehr gering in Ihrem Verlagsangebot? Stimmt es wirklich, dass Amerikaner und Engländer besser schreiben?
Der Anteil deutscher Autorinnen und Autoren steigt bei uns in den letzten Jahren ständig. Gerade im Ratgeberbereich halten wir es für wichtig, die deutsche Lebenswirklichkeit abzubilden, die sich doch teilweise erheblich gerade von der amerikanischen unterscheidet. In der Belletristik tun sich allerdings deutsche Autorinnen und Autoren oft schwer, was sehr schade ist. Wir würden gern mehr von deutschen Autorinnen und Autoren veröffentlichen, aber das Angebote an richtig guten Romanen ist im Moment noch sehr überschaubar. Aber das entscheiden letztlich die Leserinnen und Leser - und die mögen offensichtlich sehr die amerikanischen und englischen Autoren ...
Was meinen Sie, wie wird es auf dem christlichen Buchmarkt in zehn Jahren aussehen? Ist es noch realistisch, an immer mehr Titel und höhere Verkaufszahlen zu glauben?
Der gesamte Buchmarkt ist im Umbruch und es ist eine gewisse Unsicherheit zu verspüren. Ich habe vor etwa 30 Jahren meine Ausbildung im Buchhandel beendet, und die Branche hat sich in dieser Zeit so radikal gewandelt, dass ich mir keine Prognose für die nächsten zehn Jahre zutraue. Ein völlig anderes Leseverhalten gerade der jungen Leser wird uns vor große Herausforderungen stellen, ob im Buchhandel oder im Verlag.
Herzlichen Dank für das Gespräch!
1. Bild: Pressereferentin des Verlags
2. Bild: Nicolas Koch, Lektor des Verlages

