SOUND7.DE - 9. Februar 2010, 00:33 Uhr
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Lichtblicke im Dunkeln
»Irrsterne« im Portrait
Zunächst als einmaliges Projekt gedacht, erspielten sich die acht Musiker innerhalb eines Jahres soviel Aufmerksamkeit, dass sie nun auf der Christmas Rock Night auftreten dürfen. Für SOUND7.DE ein Grund einen genaueren Blick auf die »Irrsterne« zu werfen.

Die Geschichte beginnt in der Peripherie des »Wave Gothic Treffens« in Leipzig, das jährlich etwa 20 000 schwarz-gekleideter Menschen nach Sachsen lockt. Immer an Pfingsten wird dort auch in einer alten Kirche ein szenegerechter schwarzer Gottesdienst, »Gothic Christ« genannt, gefeiert - nicht zu verwechseln mit der schwarzen Messe. Im letzten Jahr taten sich einige Musiker zusammen um für einen musikalischen Rahmen des Gottesdienstes zu sorgen. Es entstand eine Projektband aus je drei Mitgliedern der Gothic / Metal-Bands »Monoblock« und »Lurid Dawn«, zusätzlich wurde eine E-Violinistin und eine Musikerin am Metallophon hinzugezogen. Die Band wurde »Irrsterne« genannt.

Die »Kirchenmusik« gefiel und die »Irrsterne« durften in diesem Jahr wieder den Gottesdienst musikalisch untermalen. Das Songmaterial nach zwei Auftritten reichte aus, um in diesem Jahr das Debüt-Album »Was trägt« aufzunehmen und bei »Whirlwind-Records« zu veröffentlichen. Es folgten Auftritte auf Saxstock und Freakstock.

Die acht Sachsen generieren zusammen einen melodischen Gothic-Sound, bei dem verträumte melancholische Klangatmosphären auf aggressive Metal-Riffs treffen. Die pathetischen Stimmen von Franz und Stefanie Steinert - übrigens eins von drei Ehepaaren in der Band - tun ihr Übriges zum vollen Klang der »Irrsterne«. Die zwei singen mal im Duett, mal im Dialog, mal mit-, mal gegeneinander, dass man fast enttäuscht ist, weil doch ein beträchtlicher Teil der Songs nur instrumental ist.

Die Songs stammen aus der Feder von Franz Steinert, sind allesamt deutschsprachig und lehnen sich an die Themen des »Gothic Christ«-Gottesdienstes an, die »Liebe Gottes zu den Menschen« bzw. den »Frieden Gottes«. Passend zur Musik sind die Texte melancholisch angehaucht, doch nicht depressiv. Denn die Sterne, obwohl verirrt, sind auf der Suche. Diese Suche endet im Finden der Umlaufbahn, im Ankommen bei Gott.

Inmitten der schwarzen Umgebung sind die »Irrsterne«, wenn der Name auch etwas irreführend ist, Lichtblicke, die den Weg zu dem weisen, dessen Geburt auch einmal durch einen neuen Stern angekündigt wurde.

29.08.2007 Johann Isaak
 
Links ins Web

www.myspace.com/irrstern
www.irrsterne.de
 

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