Promikon 2009: Ein Déjà-vu
Der Bericht
Von Johann Isaak 02.02.2009
»2008 wurde Pause gemacht, 2009 präsentiert sich die 16. internationale Promikon-Messe in Giessen irgendwie unverändert. Wie immer kontrovers diskutiert, wie immer einzigartig in jeglicher Hinsicht und dennoch unersetzlich.«
Szenen wie im Ankunft-Terminal auf dem Flughafen spielen sich auf dem grünen Teppich und daneben an den Messeständen ab. Umarmungen, Wiedersehensfreude, daraufhin Small Talk a la Jahrgangstreffen, manchmal auch mehr. So ist sie, die schöne kleine Welt. Jeder kennt jeden und jeder mag jeden.
Über 80 Aussteller präsentieren sich verteilt auf zwei Hallen plus Gänge. Die Stände sind so divers, aber auch so vertraut. Der Fokus liegt auf der Musik, doch neben Bands, Verlagen und Medien finden sich auch christliche Hilfs- und Missionsorganisationen. Die Diversität der Angebote spiegelt sich auch in den Besuchern wider. Die Promikon hat sich auf keine Zielgruppe festgelegt. Christen aller Altersklassen strömen durch die Giessener Messehallen zwischen den Ständen und den drei Bühnen.
Passend dazu feiert dieses Mal die Literaturbühne Premiere. Doro Wiebe unterhält sich mit den Autoren über ihre Werke. Dass das die Generation, die wegen »Make Up Your Mind«, Claas P. Jambor und »Echtzeit« gekommen ist, nicht so sehr interessiert, ist vorauszusehen. Mir fällt auf, dass drei der fünf vorgestellten Schriftsteller auch als Musiker nicht unbekannt sind.
Wie schon vor zwei Jahren sind die Bühnen zweigeteilt. Das spart viel Zeit beim Umbau. Ich erinnere mich noch an Zeiten, als der Zeitplan nach drei Auftritten keine Bedeutung mehr hatte und Bands nur einen Song spielen durften, weil sie zu lange für den Aufbau gebraucht haben. Nicht alle Künstler können mit der Zweiteilung der Bühne umgehen.
Doch nun zum Eigentlichen: die Promikon gilt als Plattform auf der sich neue Künstler dem Publikum vorstellen. Und auch hier wieder Diversität, vor allem bezüglich der Qualität. Von den ca. 50 Auftritten sind nur eine Handvoll sehenswert. Zieht man die alten Hasen der Branche ab, bleiben noch drei bis vier Namen, die erwähnenswert sind.
Im letzten Sommer wurde der Straßenmusiker Samuel Harfst zum ersten Mal von der Szene wahrgenommen, auf der Promikon begeistert er auf sämtlichen Bühnen. Allein schon, weil es für den Giessener ein Heimspiel ist. Bei SCM neu unter Vertrag ist Daveman – ein Reggae-Dancehall Künstler, der sich in Clubs und Festivals der säkularen Szene schon einen Namen gemacht hat. Qualitativ überzeugend und neu sind nur noch der Österreicher Castingshow-Gewinner Johnny Palmer und der »Beggar's Fortune«-Frontmann Steve Savage.
Insgesamt fällt auf, dass ein nicht unerheblicher Teil der Bands schon vor zwei Jahren hier war. Die von Andi Weiss moderierte Show »Storyteller – Songwriter und ihre Liedgeschichten« ist von der Idee und Umsetzung interessant, doch auch hier wieder nichts Neues unter der Stehlampe. Von »Gerth« präsentiert, sind sämtliche Künstler alt bekannte Gesichter aus dem Hause »Gerth«.
»SOUND7.DE« fällt übrigens mit einer für uns seit Jahren größten Promoaktion nicht mehr nur virtuell auf. Mit frisch designten Postkarten und Postern, einer Talkbühne und einer in letzter Zeit von Forumusern vermissten Präsenz präsentieren wir uns als »N24« unter der Käseglocke. Ein bisschen Selbstbeweihräucherung und -ironie muss sein.
Bleibt nur die Frage nach der Relevanz und Daseinsberechtigung der Promikon-Messe. Diese ist verbunden mit der Frage nach der Relevanz der ganzen Szene. Zu dem Thema lassen wir Künstler und Besucher zu Wort kommen, die an unserem Stand über das Thema »Schöne kleine Welt – Zukunftschancen unter der Käseglocke« reden. Eindrücke von diesen Talks und vielem mehr bezüglich der Promikon wird es in den nächsten Tagen auf SOUND7.DE zu sehen geben.
Die anderen Artikel der Promikon findest du hier
Schöne kleine Welt
Links ins Web
www.promikon.de
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03.02.09
