David Awards 2009 – Eine irrelevante Veranstaltung?
Gastbeitrag von David Decker
Von David Decker 27.01.2009
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Bereits im Dezember 2008 hat David Decker bei ekkaleo.de einen Beitrag zum Thema Promikon, speziell David Award, veröffentlicht. SOUND7.DE präsentiert diesen Artikel nun im Zuge einer Zweitveröffentlichung als Gaststatement.
Seit 2007 gibt es den »David Award«, vorher waren es jahrelang die »Promikon Awards« (»Promikon« ist jedoch bei beiden der Herausgeber). Über die Bedeutung und Relevanz dieser eigenartigen Veranstaltung wird schon seit Jahren gemutmaßt oder bisweilen sehr kontrovers diskutiert.
Der 2009er Jahrgang macht da keine Ausnahme von der Regel. Mir sind keine zwei aufeinanderfolgenden Jahre dieser Awards mit komplett identischen Kategorien oder gar identischer Jury-Besetzung bekannt (falls ich irre, bitte in den Kommentaren melden). Von den Regeln der Nominierung und Abstimmung noch gar nicht gesprochen… Zudem sind mir aus über zehn Jahren dieser Awards gerade mal noch drei oder vier Preisträger in Erinnerung geblieben. Im Rückblick muss ich eher auf die gewachsene, aber gerade deswegen zweifelhafte, Vermarktung der Preise denken: in den Verkaufsblättchen der christlichen Verlage hat es die Awardvergabe meist sofort geschafft, genau wie in die zahlreichen Pressemeldungen. In der Szene selbst und zur Förderung derselben ist mir kein Verdienst dieses Projektes bekannt. Der Eindruck einer selbstreferentiellen Show für die christliche Medienbranche verstärkt sich zusehends.
Ok, kommen wir zu einer Betrachtung des 2009er »David Awards« bzw. dessen inzwischen vorliegender Nominierungen:
Zuerst, die »Fachjury«:
Hier sind die Musikchefs von Gerth Medien und Hänssler (bzw. SCM – Stiftung Christliche Medien) dabei, was auch sofort verwundert. Selbst wenn es gar nicht so wäre, der Verdacht bleibt, dass man sich damit Auszeichnungen für die Pferde im eigenen Label-Stall zuschanzt. Ansonsten erschließt sich mir die weitere Besetzung des Gremiums ebenfalls nicht.
So ist etwa Steve Volke dabei, der als »Musikfachmann« gelistet ist. Was ihn dazu befähigt, frage ich mich? Etwa, dass er vor ganz vielen Jahren mal ein Musikmagazin herausgab? Oder weil er Leiter von »Compassion Deutschland« ist (was nix mit Musik zu tun hat)? Eine Sucheingabe bei Google mit »steve volke musik« bringt keine verwertbaren Treffer zutage. Seine Mitgliedschaft bleibt daher untransparent.
Bernd Merz als Leiter von tru:tv und BibelTV verstehe ich auch nicht ganz: Ein VJ, also Moderator/in einer Musiksendung von tru:tv, wäre weitaus nachvollziehbarer gewesen. Diese Besetzung bleibt damit ebenso unklar.
Patrick Reusch ist als »Sänger von »Crushead«« gelistet, wobei dem geneigten Szene-Beobachter auffällt, dass sich die Band 2008 mit viel Getöse aufgelöst hat. Daher stelle ich auch diese Mitgliedschaft in Frage. Somit wäre kein offiziell aktiver Musiker mehr in der Jury – auch interessant.
Einzig in Ordnung gehen in der Besetzung Ralf Wieland, als Veranstalterpersönlichkeit sowie der Musikchef des holländischen Flevo Festivals, Wilfred Stegehuis (andererseits: warum unbedingt ein Holländer?).
Weiter, mit der »Nominierung«:
Die Regeln zur Nominierung sind auf der Webseite nachzulesen. Das Prozedere scheint formal soweit in Ordnung zu gehen. Allerdings fällt auf, dass praktisch jede Kategorie von einem anderen Partner bzw. Medium präsentiert wird. Dabei wiederum verstehe ich nicht, wieso die »Stiftung Christliche Medien« (SCM) mehrfach direkt bzw. indirekt mit auftaucht? Die SCM stellt bereits ein Jury-Mitglied, präsentiert jedoch mit ihrem Web-Portal »jesus.de« auch die Kategorie »Website« und mit ihrer Zeitschrift »dran« die Kategorie »Newcomer«.
Zudem ist Kategorie »Nationaler Künstler« mit »CrossChannel.de« verbunden, ein Angebot des »ERF«, dessen Verlag ebenfalls Mitglied in der SCM ist. Fragwürdig bleiben für mich die Abstimmungen bei den einzelnen Kategoriepartnern, die alle auf anderer Grundlage bzw. mit anderer Technik erfolgten. Ob hier manipuliert wurde von Abstimmern bzw. ob rein technisch dazu die Möglichkeit bestanden hätte, ist leider unbekannt.
Dabei wäre ein einheitlicher Standard absolut notwendig, um Missbrauch vorzubeugen und einheitliche Vergleichskriterien zu haben. Ob die einzelnen Votings überhaupt in irgendeiner Hinsicht repräsentativ sind (bzw. überhaupt sein können), bleibt für mich persönlich sowieso eine offene Frage. – Auch die jetzt zur Abstimmung stehende Nominierten-Liste läuft ohne Double Opt-In-Verfahren, was Missbrauch zuläßt, wenn etwa Fan-Horden eines Nominierten versuchen, ihren Liebling »nach vorn zu bringen«. Wie die allgemeine Erfahrung im Web seit Jahren zeigt, ist dies bei Votings leider Gang und Gäbe.
Links ins Web
http://davidaward.de
http://promikon.de
http://ekkaleo.de
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»Die im STATEMENT geäußerten Meinungen geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion wieder.«
- Der Weg zu den 2009er Awards
- Überblick zu den Nominierungen
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