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Quo Vadis CCM?

Judy Bailey: Fromme Wünsche


, Thomas Süßenbach 21.11.2006
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Bald ist Weihnachten. Da darf man sich doch etwas wünschen. Oder etwa nicht?! Judy Bailey und Patrick Depuhl jedenfalls tun es und wünschen sich von der christlichen Musikszene...

Spannende Jahre liegen hinter »uns«. Tatsächlich ist die Krise der Musikindustrie für viele von uns auch zu einer Chance geworden. Denn nach dem konstanten und durchaus dramatischen Rückgang von Musik-Verkäufen auf allen Ebenen, versuchten sich die Labels neu zu orientieren und suchten in ihnen bisher nicht vertrauten Feldern sowohl nach Musikern, als auch nach Käufern.

Aus den USA hörte man, dass alle Bereiche abgenommen hatten – mit einer Ausnahme: »Christliche Musik« war um 12% gewachsen. Das ließ die deutsche Musikindustrie aufhorchen und plötzlich erlebten verschiedene christliche Bands eine neue Offenheit. Der Witz an der Sache: Gerade was CCM anbelangt, ist die USA meilenweit von uns entfernt. Obgleich in vielen Läden vertreten, wird sie ebenso wie Hip Hop, Musical oder Country wie eine eigene Musikrichtung geführt. Aber selbst in der christlichen Welt, kämpfen die Amerikaner sehr um ihren Markt und sind seit jeher sehr an »Export« in alle Richtungen interessiert, aber verschließen sich gleichzeitig gegen den »Import« fremdländischer Musik und Kultur.

Deutsche Verhältnisse sind und bleiben anders und so schafften es weder Einzelkünstler, noch ein Band den Durchbruch, die der Musikindustrie und vielleicht sogar »den Medien« die Szene nachhaltig »schmackhaft« gemacht hätte. Fairerweise muss man sagen, das Neues in deutscher CD- und Radiolandschaft zu etablieren immer schwer ist. In den Top100 ist weniger Platz als man denkt: In einer Chartwoche gibt es wohl etwa 10-15% Neueinsteiger, davon sind die hälfte nicht-deutsche Produktionen und unter den verbleibenden deutschen sind nur ganz wenige neue Künstler.

Klar gab und gibt es Achtungserfolge, natürlich auch jenseits vom Chart- und Radio, und das sind auch durchaus wichtige Schritte. Aber es gibt ebenso immer wieder Strohfeuer, die verbranntes Land hinterlassen... Zwischenstand aus meiner Sicht: Die Tür ist nicht zu, aber auch nicht mehr so einladend geöffnet wie in den letzten Jahren. Dennoch sind mehr Kenntnisse der Abläufe und Strukturen in unsere Szene gesickert. Und das Gerücht, dass auch Christen durchaus fähig sind gute Musik zu machen, hat von sich hören lassen. Außerdem gibt es immer mehr solide Kontakte zwischen verschiedenen Musikwelten und das ist eine Grundlage auf der in Zukunft sicher noch was wachsen kann und auch vielerlei Orts stetig gedeiht. Nicht so dass immer alle davon hören; aber mehr Wachstum als Hype und das fühlt sich für mich gesund an.

Allerdings hat »Erfolg« immer nicht nur mit Musik an sich zu tun, sondern auch mit tragfähigen Strukturen hinter den Kulissen. Hier gab es insgesamt löbliche Bemühung und zum Teil solide Ideen, aber letzen Endes nicht in der Größenordnung, Zuverlässigkeit und Erfahrung die für Künstler die Grundlage hätte sein können wirklich eine neue Ebene zu erreichen.

Außerdem hat jede Szene das Problem (und da läuft’s im Hip Hop nicht anders als bei Christens), dass so bald jemand was versucht wo anders Fuß zu fassen, man immer denkt die Sache ist nicht mehr so rein und gut und richtig wie sie mal war. Ich glaube aber, man muss jeden da treffen wo er steht und das heißt auch, dass ein »I’m so glad that Jesus lives in my house« von dem gesungen werden darf der’s glaubt, aber ich es nicht jemand in den Mund legen kann, der mit dem »I« nicht sich selber meinen würde.

Worship ist Herz und kein Hammer. Und ich finde auch gerade darum müssen Christen in den Plattenläden dieses Landes stehen um eine Stimme zu sein, die es sonst nicht gibt. Aber es gibt einen Weg den man mit den Menschen gehen dürfen muss!

Prophetisch das große »Wohin« zu beschreiben kann ich nicht, wohl aber »Wünsche für den Weg!« Irgendwo zwischen Motivation und Provokation vielleicht. Also, liebe CCM – bald ist ja Weihnachten – und da wünsche ich mir von dir, ...

1. ... dass du noch mehr künstlerisch und weniger kopierend und konstruierend wirst: Mehr intuitiv, kreativ, sich auf eigene Ideen einlassend und nicht auf der großen Suche nach der launischen, verführerischen Formel »Erfolg«.

2. ... dass du lebensnaher wirst, gerade was die Inhalte angeht, so dass man nicht schon immer weiß was das nächste Wort im Song sein wird. Lieber so unerwartet und geheimnisvoll und kraftvoll und schwach wie das echte Leben. Authentisch: Ich singe über Gott und zu Gott wenn’s mir auf dem Herzen brennt, aber mit meinen Worten und Gedanken. Und wenn ein Loblied rauskommt ist das dann genauso gut wie wenn ein fragendes oder wütendes Lied geboren wird.


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  1. Amerika und Deutschland
  2. Mit Musik Geld verdienen

 


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