Gegen die Flut
Eine Songandacht von David Decker
Von David Decker 10.11.2008
[ Bluesharp-Intro/ -Solo ]
Refrain
Ich singe meine Lieder gegen die Flut,
ich singe meine Lieder gegen die Wut,
gegen Haß und Terror
und Gedankenlosigkeit,
darum singe ich von Gott,
der uns liebt und uns befreit.
Die Flut heißt Ich-Sucht, Arroganz, Lieblosigkeit und Streit,
heißt Eitelkeit, Angst, Lüge, Geiz, Rassismus, Mord und Neid.
Und schwimmen uns die Werte weg, ist Chaos unser Gast.
Wir treten alles in den Dreck, die Freiheit wird zum Knast.
Immerzu nur nehmen, raffen – die Gier steigt immer mehr
und bricht die große Flut herein, dann wird das Leben leer.
- Refrain –
Wo Gott in unserem Leben fehlt, kann keiner mehr verstehn,
was Gott ohne Gott zustande kommt, wird schließlich untergehn.
Wenn wir die Konsequenz sehn, das Chaos hier nicht spür'n,
vergessen wir, was Sünde ist, das würde uns verführ'n.
Wer weiß nicht mehr weiß, was Sünde ist, der betet nicht zu Gott –
vergib mir meine Schuld, oh Herr, sonst gehe ich bankrott!
- Refrain –
[ Bluesharp-Solo ]
- Refrain -
Was gibt mir Halt, wenn alles schwimmt, wer packt dann meine Hand?
Wer sagt mir, wenn die Angst regiert, 'kommt mit auf festes Land!'?
Wo Liebe und Geborgenheit zum Grundgesetz gehör'n,
wo Behinderte und Embryos gewollt sind und nicht stör'n.
Dort tröstet man die Traurigen, die Opfer jeder Flut,
Vergebung wird dort ausgeteilt, bei Gott wird alles gut.
- Refrain -
Ich singe meine Lieder gegen die Flut.
Text & Musik: Lutz Scheufler
© S.D.G.-Verlag, 08396 Waldenburg-Schwaben
Krisenzeiten sind beklemmend. Menschen suchen Orientierung und Halt. Die Frage ist, wann eigentlich mal keine Krisenzeiten sind? Das obige Lied wurde durch die Elbeflut 2002 – in die Geschichte als „Jahrhundertflut“ eingegangen – inspiriert. Dennoch ist es kein Lied für diese Zeit allein; es nimmt nur ein wenig Bezug auf jene Tage im August zwischen Bangen und Hoffen, als ganze Landstriche Deutschlands bzw. Europas unter Wasser standen.
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Liedermacher Lutz Scheufler an der Bluesharp | |
Das Lied schlägt die Brücke zwischen Ereignissen, die wie Naturgewalten auf uns zurollen und jenen inneren Gewalten, die von unserem bösen Herzen ausgehen. So kann Elbeflut und Raffsucht schnell zum gleichen Ergebnis führen! Entsetzen. Leere. Wut. Chaos. Trauer.
Nun könnte man schnell mit dem frommen Hammer kommen und sagen: Gott hat doch trotzdem alles im Griff?!? Sicher, das hat er, aber ganz so einfach ist dann doch nicht. Denn nach den Wassermassen bleibt der Schlamm zurück und das langwierige Aufräumen beginnt. Gehen ethische Werte den Bach runter, ganz egal ob in der Wirtschaft oder in der Ehe/ Familie, sieht es nicht viel besser aus. Verletzungen sind entstanden, die schnell wieder aufreißen können; Versöhnung ist oft ein langsamer Prozess. Und vor dem nächsten Kunjunkturgipfel muss eben erst noch die Talsohle der Rezession durchschritten werden.
Lutz Scheufler versucht im Refrain einen kleinen Ausblick und eine Antwort auf diese ganzen Fragen. Was zunächst wie eine simple Trotzreaktion klingt, birgt mehr in sich! Sich gegen Hass und Terror zu wenden, wird schnell Anhänger finden, bei der Gedankenlosigkeit sieht es schon etwas anders aus! Doch wir sollen unseren Verstand einsetzen, auch und gerade als Christen. Vielleicht lässt sich dann ja manche Werteerosion in Wirtschaft und Gesellschaft vermeiden?
Am wichtigsten halte ich jedoch die Liebe und die Befreiung – was beides Gott schenkt! Die Liebe Gottes ist der Schlüssel, um aus der Ich-Sucht herauszukommen, und das ist der Anfang, um eine ganz neue Wertorientierung zu erhalten. Gott sucht eine Beziehung, er will ein Gegenüber. Er nimmt uns ernst, er will kommunizieren. Damit trifft er auf Grundbedürfnisse seiner Geschöpfe. Befreiung liegt außerdem nicht nur in Vergebung (Wegnahme) von Schuld, sondern ebenfalls in der Liebe. Wer geliebt wird und wieder liebt, der wirkt nicht nur befreit, der ist es. Gehalten in der Liebe sind wir fähig zu anderem Verhalten: kontra Gier und kontra Raffsucht. Echte Freiheit bricht sich Bahn: Ein Dankgebet an den Schöpfer oder ein Versöhnungskuß sind keine Utopie mehr, genauso wie eine gesunde Wirtschaftsethik.
Und zu guter Letzt gibt uns der Liedermacher selbst ein Beispiel gegen Fluten: Singen! Mit seinen bluesigen Liedern hat er nicht nur nach der Elbeflut vielen Menschen neue Hoffnung vermittelt, sondern sie wirken nach bis heute. Singen baut auf, es ermutigt und setzt neue Kräfte frei, weil Singen nicht nur unsere Emotionen anspricht, sondern unser ganzes Menschsein, mit unserem Herzen und Verstand.
In diesem Sinne: lasst uns singen und einander aufbauen – gerade in Krisenzeiten und bei allerlei Dammbrüchen.
Links ins Web
http://lutz-scheufler.de
http://evangelisation.biz
http://www.sdg-verlag.de/a30.html
http://ekkaleo.de
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