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»Mit Gott wird es nie langweilig«

Lothar Kosse über die Psalmen, MTV und Karneval


Von Simon Laufer 05.03.2009
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Lothar Kosse hat die deutschsprachige Anbetungsmusik vielfältig mitgeprägt. Neben einem großen kreativen Output ist er aber auch einer der gerne tiefer gräbt, querdenkt und sich auf neues Territorium wagt. Für sein jüngstes Projekt ging er mit einigen Mitstreitern zurück zu den Anfängen des Lobpreises: den Psalmen.

Lothar, wie oft schlägst du das evangelische Gesangbuch auf?

(Lacht) Recht selten – aber ab und zu schaue ich schon mal rein, und bin ziemlich begeistert von einigen alten Songs, die immer noch eine große Wertigkeit in unserer Zeit haben.


Lothar Kosse

Meine Frage war unter anderem dadurch motiviert, weil da ja auch viele Psalmen drin sind, die regelmäßig gebetet werden. Wie kamst du jetzt darauf, ein Album mit Psalmen aufzunehmen?

Ich kam darauf, weil mich dieses Thema Psalmen immer fasziniert hat. Ich empfinde sie als »Prototyp« der Musik, die sich an Gott richtet – also Worship. Das gibt es ja nicht sein fünfzig, sondern seit tausenden von Jahren. Uns ging es darum, diese Musik und ihre Inhalte näher zu beleuchten: Wie haben sich damals Leute Gott genähert? Gab es da nur eine Form oder unterschiedliche Facetten?

Aus diesem Blickwinkel habe ich die Psalmen neu gelesen. Natürlich auch als persönlichen Trost und auferbauendes Wort Gottes, aber eben auch als Form der Anbetung, die viele unterschiedliche Facetten haben kann: Die Klage, das himmelhoch Jauchzen, der tiefste Blues, die absolute Freude. Und das schöne an den Psalmen ist, dass es nicht in diesem menschlichen Bereich bleibt, sondern dass das Göttliche mit hinzukommt.

Du merkst einfach, das ist auf eine Weise inspiriert, die uns Menschen so nicht möglich ist. Die Psalmen haben etwas zutiefst Göttliches und Prophetisches. Da erreichen wir eine Dimension, die wir in vielen christlichen Songs nicht erreichen. Es lohnt sich zu versuchen, das neu abzubilden für unsere Zeit und für uns neu definieren was das heißen kann, in dieser Weise anzubeten.


Hast du einen Lieblingspsalm?

Nein, kann ich so nicht sagen. Psalm 67, der jetzt nicht auf dem Album ist, war für mich oft ein Motto. Da ging es um die »Nationen,« die anbeten werden – also eigentlich die Leute, die keine Ahnung haben – im Grunde alle Menschen. Die werden kommen, den Herrn anbeten, und zwar nicht im Jenseits, weil sie dann nicht mehr anders können, sondern schon hier.

Das war uns auch als wir die »Cologne Worship Night« angefangen haben Anlass zu sagen: Dann lass uns das doch mal ausprobieren. Was passiert denn, wenn wir angesichts der »Normalbevölkerung« unsere Musik zu Gott spielen? Geht das überhaupt, funktioniert es oder nicht? Da war dieser Psalm ziemlich wichtig.

Dania König

Für das Psalmenprojekt hast du ja eine Menge illustrer Künstler versammelt. Wer ist dabei und wie kam es dazu?

Dania König, eine tolle Songwriterin, früher bei »Königwerq«, hat mir vor ein paar Jahren schon einen Psalm geschickt (Track 1: »Befiehl dem Herrn deine Wege«). Das war ein Punkt wo ich gemerkt habe: Es gibt Songwriter in unserem Land, die vielleicht noch nicht so bekannt sind, die aber ganz tolle Songs schreiben können. Dania gehört dazu, auch der Mischa Marin (»Allee der Kosmonauten«), ein super Songwriter und Sänger, »Sarah Brendel«, die normalerweise nur englisch schreibt und ich glaube zum ersten Mal auf deutsch geschrieben hat, wozu ich sie sehr ermutigt habe, und ich finde es ist ein wunderschönes Lied dabei rausgekommen, das ihrer eigenen Persönlichkeit auch entspricht.

Albert Frey hat einen Song geschrieben, ich auch einige. Mir war es wichtig, Songwriter dabei zu haben, die auch als Künstler ein eigenes Profil besitzen. Außerdem war mir wichtig, nicht irgendeine Besetzung zusammenzusuchen, sondern die Songwriter auch als Interpreten dabei zu haben.

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