Eine Szene in Aufbruchstimmung
Interview mit Roger Lustenberger, profimusic.ch
Von Rainer Buck 09.06.2008
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Roger Lustenberger, Jahrgang 1977, gründete im Herbst 2004 die Firma Profimusic. Den unternehmerischen Anfang hatte man mit 500 Franken Startkapital gewagt, die als »Gebetserhörung« dem nicht zu üppigen Budget einer jungen Familie zugeflossen waren.
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Zudem schien die Szene in einem Tiefschlaf: die Auswahl an christlichen CDs war beschränkt, die CD-Preise waren unattraktiv, außerhalb des Worshipbereichs schien es keine einheimischen Künstler zu geben und den Crossover auf den säkularen Markt schafften allenfalls einzelne Gospel- oder Choraltitel.
Heute hat sich nach Auffassung des ausgebildeten Hochbauzeichners und Sozialpädagogen schon einiges zum besseren verändert: das Preisniveau für christliche CDs ist auf ein konkurrenzfähiges Niveau gefallen, dafür ist die Auswahl gestiegen, nicht nur bei Profimusic, dem Anbieter mit dem größten Musiksortiment. Man ist auf dem Sprung, auch in der säkularen Szene auf CCM aufmerksam zu machen und es sind mehrere neue Künstler zum Beispiel auf den Gebieten Rock, Pop, Hip Hop in Erscheinung getreten.
»Die Szene ist insgesamt dynamischer geworden«, freut sich Roger Lustenberger, inzwischen dreifacher Familienvater, Absolvent einer »Schule für biblische Geschäftsbeziehungen« (SBG) und als Geschäftsführer der Profimusic GmbH.vollberuflich in Sachen christlicher Musik tätig.
Profimusic muss sich am Markt behaupten, aber die evangelistische Vision und das Engagement für ein vielfältiges christliches Kulturangebot sollen darüber nicht vergessen werden. SOUND7.DE stellte Roger Lustenberger, der kirchlich im Hausgemeindenetzwerk Zentralschweiz engagiert ist einige Fragen zur Schweizer Musikszene:
Wie bewerten Sie den augenblicklichen Zustand der Schweizer CCM-Szene? Herrscht kreative Aufbruchstimmung oder bestimmen bewährte Kräfte das Bild? Gibt es signifikante Entwicklungen?
Meiner Meinung nach ist die Schweizer CCM-Szene im Aufbruch in neue stilistische Richtungen und Möglichkeiten. Nach den Aufbruchzeiten von Larry Norman und Co. driftete die Schweizer CCM-Szene immer mehr in die Worship-Richtung weg. Dies brachte zwar hervorragende Mundart-Worship-Produktionen hervor, aber in allen weiteren stilistischen Richtungen war kaum noch Bewegung. Die »Hillsong« Welle tat das ihrige noch dazu, dass in diesem Hype kaum noch Platz für innovative CCM-Musik war und auch kaum Nachfrage bestand oder besteht. Situation ist, dass die Schweiz hervorragende Worship-Produktionen und -Projekte hat, diese jedoch kaum vor Innovation sprühen und dass die ganze Sache Gefahr läuft, sich auszuleiern.
Der Nachwuchs war lange nur auf die Worshipwelle aufgestiegen und andere Musikrichtungen wurden kaum in Betracht gezogen. Aktuell sind aber in der Rockmusik und in der HipHop-Szene Aufbrüche zu verzeichnen und vielversprechende Interpreten und Bands wie zum Beispiel Dave Kull, »Warrnambool« oder die Homies betreten verstärkt die Szene. Diese Künstler bewegen auch weitere junge Leute, sich in diese musikalische Richtung zu orientieren.
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