Nachgefragt beim Wortweltenwanderer
Christoph Zehendner im Gespräch mit SOUND7.DE
Von Rainer Buck 06.06.2008
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Christoph Zehendner gehört zwar immer noch wie seit vielen Jahren zu den gefragtesten Künstlern der christlichen Musikszene, aber ein klassisches Soloalbum hat der Liedermacher seit 17 Jahren nicht mehr veröffentlicht. Das ändert sich jetzt.
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Herr Zehendner, nach »Sovielzuwenig« mit »Wortweltenwanderer« wieder ein Einworttitel. Soll das heißen, sie wollen an Ihr letztes Solo-Album nahtlos anknüpfen?
Einerseits ja, weil ich wie schon auf Sovielzuwenig persönlich, ehrlich, direkt, bluesig rüberkommen möchte. Andererseits hat sich in fast zwei Jahrzehnten aber auch eine Menge verändert: Mit 47 Jahren, als Vater erwachsener Kinder und stolzer Großvater sieht man manches natürlich aus einer anderen Perspektive. Und auch beruflich hat sich einiges verändert: Als politischer Rundfunkjournalist arbeite ich in einem spannenden Bereich - und ich hatte außerdem in den letzten Jahren die Möglichkeit, mehrmals zu reisen und verschiedene Länder kennen zu lernen.
Kann man sagen, dass Sie in der Zwischenzeit eine Horizonterweiterung erlebt haben?
Ja, denn ich hatte viele Gelegenheiten, über den kirchlichen und gesellschaftlichen Tellerrand zu blicken. Aber es ist mir genauso wichtig, den Blick ins eigene Innere zu weiten, neue Erfahrungen zu machen, Wagnisse einzugehen. Als kritischer Endvierziger hat man zudem andere Ansprüche an sich selbst als in jüngeren Jahren bei der Frage, was man an die Zuhörer weitergibt. Wenn man authentisch sein möchte und vor sich selber ehrlich, formuliert man manche Aussage weniger leicht, sondern ringt um mehr gedankliche Tiefe.
Mit »Du bist der Weg« enthielt das letzte Soloalbum einen Titel, der heute noch gerne in Gemeinden gesungen wird. An welchen Titel aus »Wortweltenwanderer« wird man sich in ein paar Jahren noch erinnern?
Hits kann man nicht machen, sondern man bekommt sie geschenkt. Ich hab ja inzwischen etwa 250 Titel geschrieben und hätte das bei den wenigsten der Lieder, die dann tatsächlich weite Verbreitung fanden, schon voraussagen können. Dass beispielsweise aus »Felsenfest« gerade »Vater unser Vater« oder »In der Stille angekommen« so gut in den Gemeinden angenommen wurden, hätte ich im Vorfeld nicht gedacht.
Die Frage im Blick auf das neue Album beantworten zu wollen, erscheint mir ebenso reizvoll wie unmöglich. Vielleicht werden »Gern zu Gast« oder »Spender des Lebens« gerne als Gemeindelieder gesungen. Vom eingängigen ersten Titel »Neuland« könnte ich mir vorstellen, dass es Lobpreisteams nachspielen könnten - es gibt sicher Potenzial, aber die Erfahrung zeigt, dass eine Vorhersage nicht möglich ist.
In fast zwei Jahrzehnten hat sich in der musikalischen Landschaft einiges verändert. Unternehmen Sie etwas, um musikalisch auf dem Laufenden zu bleiben?
Ich habe Elefantenohren durch die Welt, höre sehr viel Musik und geh auch gerne in Konzerte. In letzter Zeit Mark Knopfler, Stefan Gwildis, Stoppok, Ringsgwandl, Eric Clapton, B.B. King, Noa, Edo Zanki - um einfach mal ein paar Namen zu nennen. Musiker, bei denen ein bisschen Blues mit im Spiel ist, haben bei mir gute Karten, ansonsten spielt vor allem die Glaubwürdigkeit und Authentizität der Künstler eine Rolle.
Ich lasse mir gerne von meinem Freund Manfred Staiger (der als Musikredakteur einen guten Überblick hat) CDs empfehlen, stolpere aber auch gerne in CD-Geschäften über interessante Sachen. An den Charts orientiere ich mich weniger, aber ein Phänomen wie der jüngste Hiterfolg des 61jährigen Udo Lindenberg weckt schon mein Interesse, ich war durchaus beeindruckt von der Tiefe einiger seiner Texte. Da kann auch ein christlicher Songwriter einiges lernen.
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