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Mensch, Benedikt!

Songdevotion von Clemens Bittlinger


Von Clemens Bittlinger 17.09.2008


Mensch, Benedikt

Mensch Benedikt, ich würde gerne ein paar Schritte mit dir gehen, denn ich hätte zwei, drei Fragen und kann vieles nicht verstehn:
Du bist Chef einer der Kirchen, du gehörst zum Christentum, nun ich frag mich was hat folgendes mit Christus denn zu tun?

Du warst doch bei den Indianern in Lateinamerika, Du kennst die Missionsgeschichte und der Christen Größenwahn. Wie kann einer da wie du vor den Indios stehn und behaupten ihre Väter hätten Christus still ersehnt.

Warum schmähst du andre Christen? Warum suchst du offen Streit und sagst: „Ihr seid keine Kirche, weil ihr fehlerhaft seid?“ Wer im Glashaus wirft mit Steinen endet schnell im Scherbenmeer und auch viele Katholiken decken diesen Stil nicht mehr.

Mensch Benedikt, ich würde gerne ein paar Schritte mit dir gehen, denn ich hätte zwei, drei Fragen und kann vieles nicht verstehn:
Du bist Chef einer der Kirchen, du gehörst zum Christentum, nun ich frag mich was hat folgendes mit Christus denn zu tun?

Du verbietest die Kondome auch den Armen dieser Welt, förderst damit AIDS Verbreitung, auch wenn dir das nicht gefällt. Zwischendurch schaffst du die Vorhölle für ungetaufte Babies ab – hast du im Ernst davor geglaubt, dass der Herrgott so was hat?

Bridge:
Und da wir, die armen Laien so wieso kaum was verstehn, hören wir demnächst lateinisch, wenn wir in die Messe gehn.

Mensch Benedikt, ich würde gerne ein paar Schritte mit dir gehen, denn ich hätte zwei, drei Fragen und kann vieles nicht verstehn:
Du bist Chef einer der Kirchen, du gehörst zum Christentum, nun ich frag mich was hat folgendes mit Christusdenn zu tun?

Jesus sagte: „‚das Reich Gottes bricht bald auf der Erde an!’ Leider kamen nur die Kirchen …“ Und der Kampf um Macht begann. Jener Priester, der das sagte, wurde exkommuniziert, denn in Rom und auch woanders wird man nicht gern demaskiert.

Mensch Benedikt, ich würde gerne ein paar Schritte mit dir gehen, denn ich hätte zwei, drei Fragen und kann vieles nicht verstehn:
Du bist Chef einer der Kirchen, du gehörst zum Christentum, bitte sag mir, was hat dies und mehr mit Christus noch zu tun.


Text und Musik: Clemens Bittlinger (Juli/August 2007)

Wenn es um eine biblische Andacht geht, musst Du Dir lieber Internetbesucher und Leser nun gefallen lassen, dass ich statt „Benedikt“ Deinen und meinen Namen einsetze. Denn ich gehe davon aus, dass jeder Christ auf seine Weise und dort wo er oder sie lebt, als „Stellvertreter Jesu“ zu sehen ist. Du und ich, wir müssen uns die Frage gefallen lassen: was hat dies oder jenes in Deinem Leben noch mit Jesus zu tun. Oder anders gefragt: Hat denn an der Art wie Du denkst und lebst noch etwas mit Christus zu tun. Wenn ich hier zwischen Jesus und Christus wechsle, so meine ich im Grunde dasselbe „Christus“ ist die Zusatzbezeichnung des auferstandenen Jesus.

In Matthäus 28, Vers 18 lesen wir, dass Jesus zu denen, die ihm nachfolgten gesagt hat: „Geht hin und macht zu Jüngern alle Menschen …“ Wenn man jetzt in den Urtext schaut, liest man das griechische Wort „poreuomei“, das Luther mit „geht hin“ übersetzt hat. Dieses Wort heißt aber auch: „lebt so“ oder „führt einen Lebensstil“. Das bedeutet, dass wir Christen gefragt sind, so zu leben, dass andere das Evangelium, die frohe Botschaft von der Vergebung und der Auferstehung nicht nur hören, sondern auch erfahren und spüren und zwar durch uns. Es war Friedrich Nietzsche der einmal sagte: „Die Christen müssten schon ein wenig erlöster aussehen, wenn ich an ihren Erlöser glauben soll.“

Wo ist der gesellschaftliche Gegenentwurf der christlichen Gemeinden zu dem allgemeinen Wahnsinn, der diese Welt wirtschaftlich, ökologisch und ethisch ergriffen hat? Es waren die wohltätigen Merkmale, der liebevolle Zusammenhalt, auch mit den Alten und Schwachen, die Fürsorge für die Kranken und die Gütergemeinschaft, die den Charme der ersten Christengemeinden ausmachte. Wie wenig ist davon heute noch übrig. Und weil wir uns in unserem Lebensstil kaum noch vom Rest der Welt unterscheiden, haben wir es auch verlernt offen, fröhlich und unbefangen von unserem Glauben zu erzählen und davon wie Jesus uns und unsere Welt verändert (hat). Weil unser Leben so wenig erzählt, ist auch unser Mund stumm geworden – und vielleicht ist das auch gut so.

Ich wünsche mir Gesprächspartner, die mich kennen und die es gut mit mir meinen, die mich bei Seite nehmen und sagen: „Mensch, Clemens, ich würde gerne ein paar Schritte mit dir gehn, denn ich hätte zwei , drei Fragen und kann vieles nicht verstehn …“ ich möchte befragt werden: Was hat dies oder jenes noch mit Christus zu tun? Und ich weiß und erlebe ja auch täglich, wie ich versage und mich immer wieder neu ausstrecke nach einem lebendigen Glauben: „Und fällt es mir auch manchmal schwer, IHN so in meinem Blick zu halten, kaum etwas wünsche ich mir mehr: Ich stolpre Jesus hinter her.“

Natürlich muss sich jemand, der von den Seinen in besonderer Weise als irdischer Stellvertreter Christi verstanden wird diese Frage auch besonders gefallen lassen, aber nur als erster unter Gleichen, dann geht es sofort um Dich und um mich.

Ich möchte sie täglich neu hören, die „Dienstanweisung“ meines Herrn: „Lebe so, dass andere Menschen zum Glauben finden können...“ und möchte dann betend antworten: „Herr, erneure deine Kirche und fange bei mir damit an!“

Seid behütet, Euer Clemens Bittlinger

(erstmalige Veröffentlichung 10.07.2008)


Links ins Web
http://www.youtube.com/watch?v=qTpwh4hCGZk
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