|  Blog |  Newsletter |  Hilfe |  Team |  Kontakt |  Eventtipps |  Mediadaten |  Spenden! |
Beta

Wie steht es um die christliche Musik?

Ein Statement von Manfred Siebald


Von Maren Schönfeld 19.09.2007


Christliche Musik gab es schon zur Regierungszeit Davids im Alten Testament. Die Leviten priesen den Herrn und spielten dazu auf Instrumenten, die David für sie anfertigen ließ. Das war rund 1000 Jahre vor der Geburt Jesu.

Der einstimmige, instrumentenlose Männergesang, den Papst Gregor der Große um das Jahr 600 schuf, ist als Gregorianischer Gesang bis heute bekannt und beliebt. Die Trennung geistlicher und weltlicher Musik begründete Papst Johannes XII. mit einem Erlass aus dem Jahr 1324, als er Kompositionen ablehnte, die zeitgenössische Kunst darstellten.

Bekannte christliche Musiker waren auch Martin Luther und Paul Gerhardt. Beide nahmen häufig bekannte Melodien aus dem Volksliedgut als Grundlage für ihre Lieder.

In den 1960er Jahren entwickelten christliche Musiker in den USA erste Tendenzen in andere Genres. So spielte z. B. Larry Norman Rock’n Roll. In den nächsten Jahren nahm die christliche Rockszene zu, nicht zuletzt unter Einfluss der »Jesus-People-Bewegung« in den USA. 1979 platziert die christliche Metalband »Jerusalem« ein Video auf MTV.

Die christliche Musik hält auch Einzug in die Popmusik und wird u.a. durch InterpretInnen wie Amy Grant immer bekannter. Heute erstreckt sie sich über alle Genres.

In den USA ist die christliche Musikszene und –industrie zur am schnellsten wachsenden geworden. Die englische CCM-Szene hat sich in den letzten Jahren stark vergrößert. In Deutschland ist diese Art von Musik nicht besonders stark vertreten. Dafür ist sie aber äußerst vielschichtig.

In Deutschland gilt Siegfried Fietz als Vorreiter des neuen geistlichen Liedes. Er hat als einer der ersten das Oratorium neu belebt und schuf mehrere Musicals, unter anderem »Wilhelm von Oranien« und »Der Weg nach Santiago«. Siegfried Fietz schreibt auch Melodien zu Liedern und eigene Songs.

1972 erschien Manfred Siebalds erstes Album »Da steh ich nun«. Seit 36 Jahren ist der Liedermacher als christlicher Liedermacher aktiv und gibt jährlich etwa 40 Konzerte.

Seine Fans setzen sich aus allen Altersgruppen zusammen. Die Zahl der Konzertbesucher ist seit Jahren konstant. Manfred Siebald füllt mühelos Konzertsäle mit mehreren hundert Besuchern.

Unter seinen Fans sind neben aktiven Gemeindemitgliedern auch Menschen, die auf der Suche sind. Wenn seine Lieder helfen, ist Manfred Siebald froh. Texte von ihm finden sich immer wieder in Traueranzeigen und auf Grabsteinen, ein Zeichen dafür, dass Siebald bleibende Werte und Aussagen schafft.

Die neue Vielfalt in der christlichen Musik begrüßt Manfred Siebald: »Vielfalt ist eine neutestamentliche Erscheinung«. Dass Jugendliche in Gemeinden die Möglichkeit bekommen, sich mittels Bands auszudrücken, sei ein positiver Aspekt. Die Abstimmung der Technik sei jedoch sehr wichtig, damit nicht die Stimme und damit die Botschaft in der musikalischen Geräuschkulisse untergeht.

»Der Text muss bibelgemäß sein, die Melodie textgemäß und das Arrangement musikgemäß«, stellt Siebald eine Empfehlung für christliche Musik auf.
Und »wer verkündigen will, kommt um deutsch nicht herum«, sagt Siebald zu der Frage, ob sich die englische Sprache in der christlichen Musik gegen die deutsche durchsetzen wird.

Eine Studie aus der Werbebranche habe ergeben, dass englisch allgemein weniger verstanden wird, als wir annehmen. Der Verständigungsfaktor braucht also deutsch und alles andere wäre quasi eine Fortbewegung von Luthers Bemühungen, uns die Bibeltexte verständlich zu machen.

Das Singen als Bestandteil des christlichen Glaubens ist nach Manfred Siebalds Einschätzung auch künftig nicht wegzudenken. Für die Zukunft hofft er auf genug Nachwuchs vor allem im Textbereich. Manfred Siebald hat immer auf die Texte vorrangig gesetzt und wünscht sich eine professionelle Textqualität im Zusammenspiel mit Lebenserfahrungen und Verkündigungsanspruch. Die musikalische Seite, Instrumentierung und Arrangement, ist nach Siebalds Einschätzung toll – aber die textliche Seite braucht mindestens genauso viel Beachtung.

Christliche Musik ist seit Jahrhunderten Teil des gelebten Glaubens. Sie ist im Laufe der Zeit immer vielseitiger und unterschiedlicher geworden. Das gibt Menschen Möglichkeiten, Antworten auf Fragen zu finden, sich auf Sinnsuche zu begeben und sich vielleicht sogar selbst musizierend einzubringen.

Mittels christlicher Musik preisen und loben wir Gott. Musik hat heilende Kraft, und mit den verkündigenden textlichen Elementen verdoppelt sie sich sogar. Dass die christliche Musik immer mehr auch von jungen Musikern entdeckt wird, ist eine vielversprechende Entwicklung.

drucken |  | leserbrief

Anzeige


Impressum | © 1999 - 2008 by SOUND7.ORG