Das unperfekte Himmelherz
Gedanken von Jens Böttcher
Von Timm Ziegenthaler 23.05.2005
Als ich vor dreieinhalb Jahren nach Jahren des intensiven Suchens auf wundersame Weise Christ wurde, kannte ich von der »christlichen Szene« rein gar nichts. Jetzt nehme ich schon mein drittes Album für »Asaph« auf und bin ein aktiver Teil des Ganzen. Die ersten beiden CDs (zusammen mit meinem Kumpel Mark als »rosenbrock+böttcher«) haben ganz hinten in den vertrockneten Gassen dieses ganz eigenen Milchstraßensystems sogar etwas Staub aufgewirbelt, besonders die erste.
Da hieß es damals hier im SOUND7.DE-Forum aus der Hooligankurve so sinngemäß, wir seien Stümper und sollten uns lieber erst mal theologisches und musikalisches Fundament legen... hm, ich fürchte damit hat es immer noch nicht geklappt (bzw. doch - theologisch: Gott IST Liebe. Musikalisch: äh, warte mal, wie geht noch mal E-Dur?) Und so wird auch mein erstes christliches Soloalbum »Himmelherz«, das im September erscheinen wird, wieder ein Singer-Songwriterwerk mit Ecken und Kanten sein (so wie ich) und wahrscheinlich nicht jedem gefallen (so wie ich).
Für mich ist das ok. Wunderbar ist, dass meine Freunde von »Asaph« sich über diesen Polarisierungseffekt ebenfalls bewusst sind und sich auf diese Veröffentlichung trotzdem oder gerade darum so freuen (obwohl wir mit unseren ersten beiden Alben tatsächlich ganz knapp unter den Verkaufzahlen von Britney Spears geblieben sind). Wir alle glauben aber: Musik hat automatisch die Chance, erfolgreich zu sein, wenn sie das Potential hat, Herzen zu berühren. Und darum sollte es uns allen »frommen« Rockern doch eigentlich gehen, oder?
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Den Menschen von Jesus erzählen, in Wort und Musik berichten, welche wunderbare Berührung uns zuteil geworden war und unserer Gewissheit Ausdruck geben, dass Gott eben diese Liebe, von der wir kosten durften, in die Herzen aller Menschen tragen möchte. Mark hat sich jetzt aus privaten Gründen zurückgezogen, mache ich nun auf dieser Mission also »alleine« weiter und arbeite an meinem Himmelherz (sic).
Es geht auf dem neuen Album nur um dieses Herz. Es ist ein sehnendes, unperfektes Herz, das sich nach Gottes Liebe ausstreckt und vor demütiger Freude zerfließen und bersten möchte, sobald es sich der Wahrheit der Erkenntnis in Jesus Christus wieder ein Stückchen nähern darf; und das sich melancholisch und verletzt in sich selbst zurückzieht, sobald es sich überfordert fühlt und wenn es »das alles nicht versteht«.
Das »Himmelherz« ist das Herz all jener, die sich ihrer himmlischen Reiseroute ebenso bewusst sind, wie ihres augenblicklichen Zustandes als Mensch. Es ist das Herz in uns, das von Gott in einem ständigen, lebenslangen Prozess von einem »steinernen in ein fleischernes« verwandelt wird. Deshalb der Titel.
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Bass, Klavier, Quetschkommode, Streicher, zusätzliche Gitarren an den Stellen wo mein punkiges Folkgeschraddel allein nicht ausreicht. Die beiden sind großartig und ich freue mich, dass sie das Album wieder produzieren.
Außer den beiden sind weitere coole Gäste dabei. Sarah Brendel ist mir im Laufe der letzten zwei Jahre eine gute Freundin geworden und ich freue mich unendlich für sie, dass sie jetzt mit ihrem Mann Stevie nach Nashville geht. Das ist doch wirklich ein Hammer, oder? Sie hat es verdient, denn sie singt wie ein Engel und liebt Jesus mit jeder Faser ihres Himmelherzens. Dass sie vor ihrer Abreise noch Zeit gefunden hat nach Hamburg zu kommen und bei einem Song mitzusingen, ist für mich eine ganz besondere Ehre und Freude.
Auch Alex und Mathias, die Jungs von unserer alten Alternativeband »Böttcher«, machen wieder mit, genau wie die Cellistin Anne Maren Falk. Ich danke Gott für all diese großartigen Musiker. Und dieser Tage entscheiden sich noch zwei weitere Gastauftritte. Zum einen suchen »Anton & the Watergirls« in ihrem prallvollen Terminplaner gerade einen freien Tag, um einen Backgroundchor mitzusingen, zum anderen arbeiten wir an einem »Long Distance«-Recording zwischen Hamburg und Kalifornien.
Ich hatte letztes Jahr unseren Freund Pastor Bayless (»Answers with Bayless Conley«, NBC Europe) gefragt, ob er sich vorstellen könnte, bei einem Song ein Bluesharpsolo zu spielen - und er hat spontan zugesagt. Mal sehen, ob das technisch so einfach klappt.
Soviel ganz aktuell aus dem »Gentle Art Studio« in Hamburg. Es macht großen Spaß am »Himmelherz« zu arbeiten und ich nehme an, dass Gott selbst das ganz genau so sieht.
Was bleibt noch hinzuzufügen? Mir ist danach, den Kreis, den ich anfangs aufgemacht habe, auch wieder zu schließen und dabei muß ich an etwas denken, was der liebenswerte Prediger Christoph Häselbarth vor einigen Wochen bei uns in der Neugrabener Gemeinde angemerkt hat und was ich ganz perfekt auch zur »christlichen Szene« passend finde.
Er sagte, früher habe es ihm sehr viel bedeutet, auf welchen berühmten Konferenzen (=Konzerten) und wichtigen Seminaren (=Festivals) er als Sprecher (=Künstler) eingeladen war, heute findet er seinen Frieden in etwas anderem. Nämlich wenn er am Ende des Tages spürt, wie der Himmlische Vater mild über ihm lächelt und zu seinem Herzen spricht: Das hast du heute gut gemacht, mein Sohn.
Also, ich persönlich glaube, das ist ECHTER Rock´n Roll.
In diesem Sinne grüße ich alle SOUND7.DE-Leser aus ganzem Himmelherzen.
Auf bald in eurer Nähe!
Links ins Web
www.boettchercom.de
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Seit wann gibt es eure Band?
2005
Woher kommt die Band?
Rosengarten / Deutschland
Beschreibt kurz euren Musikstil?
deutschsprachige Gospelfolk-Spiritual-Akustik-Songs
2005
Woher kommt die Band?
Rosengarten / Deutschland
Beschreibt kurz euren Musikstil?
deutschsprachige Gospelfolk-Spiritual-Akustik-Songs

