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»Elements Of Rock 2005«

Trinkhörner und Kuhglocken


03.03.2005


Am Freitag, den 25. Februar, startete um 19 Uhr das zweite mal in Uster in der Schweiz das »Elements Of Rock«. Bis Sonntag, den 27. Februar, nach dem Gottesdienst sollten hier zehn Bands gespielt haben und 600 Besucher mit vielen Eindrücken und vielleicht neuen CDs eingedeckt sein.

»Slechtvalk«
Die verhältnismäßig langen Umbaupausen zwischen den Gigs und die nicht immer leichten Stilwechsel durch die Reihenfolge der Auftritte gaben jedem die Chance, sich an den Ständen Merchandising, Alben, Essen sowie Getränke wie Met und »true wirkende« Metaler-Trinkhörnern zu kaufen. Oropax gab es gratis.

Die Opener-Kapelle aus der Schweiz namens »Dividing Line« begann den ersten Abend mit einem musikalisch vielfältigen und gewöhnungsbedürftigen Set. Der Sänger hörte sich sehr nach Eric Clayton von »Saviour Machine« an und wurde vom schwarzromantisch gestylten Keyboarder durch melancholische Töne gut begleitet. Gitarrist, Bassist und Drummer jedoch waren nicht immer stilistisch dabei, sondern wurden auch mal Funky oder anderweitig fröhlich.

Knallhart kam danach mit »LoPhat« eine Hardcore-Truppe aus Arizona, die den Fans des Genres ohne Probleme so manche Schweißperle entlockte. Sie hatte Samstag noch einmal die Ehre, wurden nun aber erstmal von Finnen abgelöst.

»LoPhat«
Die Truppe mit den drei Timos drehte nun gewaltig am Stimmungsbarometer. Wenn »Random Eyes« abgeht, kann sich eben keiner mehr halten und somit war für den Freitag eindeutig der Höhepunkt erreicht.

Glam-Rocker, Michael Sweet-Verehrer und Musiklehrer Christian fegte über die Bühne und Ehefrau Katja bewegte sich sogar mit. Neue Lieder waren dabei und machten gespannt auf das im Sommer kommende Werk.

Shamgar, Sänger und Gitarrist der nach dem schnellsten Falken benannten niederländischen Black-Metal-Band »Slechtvalk«, betrat gefährlich anmutend mit einem Schwert bewaffnet die Bühne. Mit mystischem Outfit und Kriegerbemalung feuerte das symphonische Sextett die »moshende« Meute zu einer Ausdauer an, die Genickschmerzen verursachen musste.

Für die meisten reichte das aber noch nicht, denn den würdigen Abschluss für den Freitag Abend - »Morphia« - wollten nur wenige missen. Mehrmals konnte Jasper textlich bewanderte Fans mit ins Mikro singen lassen und Violinistin Esther wurde vom Publikum begeistert für »Meaning Of Forever 2« und »Memories Never Die« auf der Bühne empfangen. Mit dem üblichen »Emptiness« wurden um fast zwei Uhr die wenigen Ruhestunden eingeleitet.

Jim LaVerde (Bassist von »Barren Cross«) und seine kurzfristig zusammengestellte Lobpreisband begannen am Samstag um elf Uhr den Gottesdienst und Pastor Bob Beeman, Veranstalter des in zehn Tagen in Schweden stattfindenden, schon ausverkauften »Bobfestes«, predigte sehr ermutigend über Gottes Vergebung.

Nach den angebotenen Workshops öffneten sich die Pforten wieder gegen 17 Uhr und als Ersatz für die Hardcore-Fans, die sich auf »Opposition of One« (der Sänger hatte Grippe) freuten, kam noch einmal »LoPhat« und sah und siegte.

Ted Kirkpatrick von »Tourniquet«
Denn der nicht einzige (bei »Tourniquet« noch einmal kurz), aber längste »Moshpit« (Kreis, in dem das Publikum Pogo tanzt) des Samstags geht auf »LoPhat« und deren diesmal weitaus besseren Sound.

Nicht ganz nach Metal sahen die vier Deutschen von »Trust« aus. Doch mehr als die wohl vom Acoustic-Rock übrig gebliebene Kleidung, haben die Boxen zu sagen. Aus denen dröhnte metallischer Hard-Rock. Sie verschenkten T-Shirts, spielten ein Stryper-Cover und haben wieder ein paar neue Fans.

Brachiales gab es dann bei »Crimson Moonlight«. Die kahlrasierten Schweden um den mit nagelbespickten Armbändern bedrohlich aussehenden Pilgrim, der seine ordentliche rote Mähne jedoch noch hatte, machten richtig Druck. Death-Metal zum Headbangen. »Eternal Emperor« zum Abschluss.

Ihre letzte CD gab es 1994. »Barren Cross«, die Metal-Legende aus den USA, spielte ein faszinierendes Reunion. Mike Lee versprühte beinahe endlos Energie und als Special auch Wasser aus Plastikflaschen ins Publikum. Dies wehrte sich - und Mike war total nass.

Sein Herumrennen auf der Bühne, mit Wälzen auf dem Boden und von der Bühne Fallen und Springen, unterbrochen von einem akustisch gespielten »U2«-Cover, machte diesen Auftritt zu einem unerwartet großen Genuss.

Erwartet wurde mindestens genauso viel von »Tourniquet«. Mit ihrer eigenwilligen Musik irgendwo zwischen Rock und Speed Metal begeistern sie eben schon seit über einer Dekade. Die vier Amis konnten die Stimmung auch aufgreifen.

Wieder mit dem Gitarristen Aaron Gurerera ausgestattet, servierte die Ausnahmecombo feinen Thrash-Metal zum Abgehen. Das obligatorische Drumsolo von Ted Kirkpatrick, der auf »Made in Swiss« Paiste-Becken spielt, konnte einmal mehr überzeugen.

Als Präsent gab es von den Veranstaltern als Anspielung auf die angeforderten vier Cowbells. Die echte Kuhglocke um den Hals, versprach Ted nun auch noch, dass diese auf dem nächsten Album zu hören sein wird.

»Random Eyes«
Den Abschluss des Abends für noch nicht restlos ausgerenkte Hälse machte »Pantokrator« mit Betonung auf dem ersten O. Ihre Klasse zeigen sie, indem die fünf Death-Metal-Mannen eine große Schar bis zum Schluss begeistern. Karl Walfriedson zeigte sich eben ausgeschlafen und gut in Form.

Wer jetzt nicht müde ins Bett fällt, muss wirklich Metal im Blut haben. Jedenfalls im Bandquartier flogen noch Schneebälle und es wurde gezankt bis der Lichtschalter nur noch von einer dicken Schicht Zahnpasta geschützt, auf »Aus« blieb.

Ein richtig gutes Wochenende hinter mir kann ich nur sagen das es sich gelohnt hat. Die geniale Stimmung und der offene Umgang der Bands mit den Besuchern machte einfach Laune. Außerdem macht es Spaß, in der Schweiz günstig zu tanken und dann in Deutschland äußerst günstig zu essen.

Fotos: Ralph Bayer

Hier gibt es eine Galerie vom »Elements of Rock 2005«.


Links ins Web
www.sound7.de/galerien/elementsofrock05/
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